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Welche Cannabissorten gibt es?

Die Gattung der Hanfgewächse heißt mit wissenschaftlichem Namen Cannabis. Wer sich damit beschäftigt, wird herausfinden, dass es wirklich viele Cannabissorten gibt. Manche davon tragen Namen, die allgemein bekannt sind.

Viele haben sicher schon vom „Schwarzen Afghanen“ oder vom „Roten Libanesen“ gehört.

Regionale Bezeichnungen sind durchaus üblich für Cannabissorten – ansonsten darf jeder Züchter seine Kreation selbst benennen, was zu teilweise komplizierten und klangvollen Bezeichnungen geführt hat.

Sorten entstehen, wenn man Arten oder Unterarten miteinander kreuzt: Man nimmt zwei

Elternpflanzen und züchtet deren Nachkommen. Versierte Züchter verfolgen dabei ein sogenanntes Zuchtziel.

Zuchtziele können auf ganz unterschiedlichen Wegen definiert werden. Zunächst einmal muss ein Züchter solche Pflanzen anbauen, die tatsächlich unter den Bedingungen wachsen, die er bieten kann. Wer da lebt, wo wenig Wasser zur Verfügung steht, sollte keine Pflanzen anbauen, die viel Wasser benötigen. Wer kein Gewächshaus nutzen kann und dort wohnt, wo die Sommer extrem kurz sind, kann keinen Anbau mit Pflanzen betreiben, die eine lange Wachstumsphase haben. Ganz wichtig ist bei der Züchtung von Cannabissorten die Frage: Welche Cannabinoide sollen sie in welchem Verhältnis enthalten?

Jede Cannabissorte besitzt ein individuelles Profil an Inhaltsstoffen

Hanfgewächse enthalten – entsprechend ihrem Familiennamen – sogenannte Cannabinoide, also spezielle Stoffe mit ebenso speziellen Eigenschaften.

Die beiden wichtigsten Cannabinoide sind Tetrahydrocannabinol = THC und Cannabidiol = CBD.

THC ist unter anderem für die rauscherzeugende Wirkung von Cannabis und Cannabisprodukten verantwortlich. CBD wirkt auf der psychischen Seite vor allem angstlösend und entspannend. Inzwischen hat man herausgefunden, dass das Mengenverhältnis von THC und CBD für die Wirkung einer Cannabissorte mitverantwortlich ist. Außerdem beeinflussen auch die anderen Cannabinoide – es gibt mehr als 100 – die Eigenschaften und Wirkungen einer Cannabissorte.

Bei der Züchtung von neuen Cannabissorten wird versucht, wünschenswerte Eigenschaften wie ein bestimmtes Profil an Inhaltsstoffen mit wichtigen landwirtschaftlichen Aspekten hinsichtlich eines einfachen und ertragreichen Anbaus zu kombinieren. Besonders bei medizinischem Cannabis und dem sogenannten Industriehanf, der nicht mehr als 2 % THC enthalten darf, ist es wichtig, dass Saatgut verlässlich und stabil die gewünschten Hanfpflanzen hervorbringt.

Die wichtigsten Cannabisarten und ihre Inhaltsstoffe

Auch Pflanzen sind Eroberer – dementsprechend hat die Gattung Cannabis mehrere Klimaregionen besiedelt und sich den Erfordernissen dort angepasst.

Cannabis indica:

  1. indica sativa wächst in Bergregionen in Ostasien, Indien, Nepal, Tibet und Afghanistan
  2. vergleichsweise dunkelgrün gefärbte, breite und gedrungen wirkende Blätter mit den für Cannabisgewächse typischen Blattfingern
  3. buschiger Wuchstyp
  4. an das Leben auf kargen Böden und in der Höhe angepasst, ca. 1.5 Meter hoch; eine kurze Vegetationsperiode von etwa 3 bis 4 Monaten sowie eine kurze Phase von etwa 7 bis 10 Wochen, in der die Blüten heranreifen
  5. Genuss als Rauschmittel macht „stoned“, wirkt beruhigend, bisweilen sogar einschläfernd

Cannabis sativa:

  1. stammt ursprünglich aus der äquatorialen Region, wächst heute in den Tropen und benötigt konstante Wärme und Wasserversorgung
  2. schlanke, hellgrüne Blätter mit den für Cannabisgewächse typischen Blattfingern
  3. hochaufgeschossener Wuchstyp mit Pflanzen, die bis zu 4,5 messen können; die Vegetationsphase dauert etwa 10 Monate, die Blüte reift innerhalb von ca. 10 bis 16 Wochen heran
  4. Genuss als Rauschmittel macht „high“, wirkt anregend, motivierend, macht munter

Cannabis ruderalis:

  1. stammt aus eurasischen Steppengebieten und ist dementsprechend robust
  2. kleine nur etwa 30 bis 50 Zentimeter in der Höhe messende Pflanzen; die hellgrünen Blätter mit den typischen Blattfingern sind schmal
  3. Die Pflanze wächst innerhalb von 2 Monaten heran; die Blüten benötigen lediglich 6 bis 7 Wochen, um heranzureifen
  4. zum Genuss als Rauschmittel eher ungeeignet, da C. ruderalis nur wenig THC enthält

Ausgehend von diesen drei Arten entstanden so viele Cannabissorten, dass sich derzeit keine Quelle auf eine Größenordnung oder Zahl festlegen möchte. Da viele „Hobbygärtner“ unter den Cannabiszüchtern tätig sind, verschwindet oft mit ihnen die für ihren speziellen privaten Bedarf gezüchtete Cannabissorte.

Seriöse Züchter, vor allem Anbieter von Saatgut für Industriehanf und Medizinalhanf, können genau beschreiben und vor allem reproduzierbar belegen, worin die besonderen Eigenschaften der von ihnen erzeugten Cannabissorten bestehen.